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Zwei Jahrzehnte lang erweiterten wir unsere Rechner unter großen
Schmerzen. Bei einem guten Freund, Geisteswissenschaftler seines Zeichens,
geht das so weit, daß er während meiner Operationen an seinem offenen Rechner
das Zimmer verläßt: Von IRQs, DMA-Kanälen und Adreßkonflikten will er nichts wissen.
Hauptsache, nach meiner letzten Aktion konnte er sein neues Buch
doch noch auf dem alten Rechner schreiben...
PnP (Plug and Pray) war zwar gut gedacht,
blieb aber auf halbem Weg stecken - nicht nur wegen der grundsätzlichen Probleme
einer Technik, die IBM schon 1980 irgendwo im eigenen Haus abgekupfert hatte:
Immer noch mußte man seinen Rechner öffnen, um irgendwelche Erweiterungen
einbauen zu können.
Eine mögliche Lösung kennt praktisch jeder Laptop-Besitzer
mit den zwei Schächten für PC-Cards, über die man vom Modem über
die Netzwerkkarte bis zur zweiten
Grafikkarte und einer weiteren Festplatte
so ziemlich alles nachrüsten kann.
Während sich die PC-Cards schon ihrer Miniaturisierung
und der damit verbundenen Preise wegen nur begrenzt durchsetzen konnten,
hat eine andere Neuentwicklung ihren Siegeszug auch bei stationären Rechnern
angetreten: der Universal Serial Bus
(USB).

Genau in einen USB-Stecker hineingeschaut:
die beiden äußeren Anschlüsse tragen die Betriebsspannung
und stellen den Kontakt zuerst her.
So kann eine USB-Verbindung problemlos während des Betriebs
hergestellt und gelöst werden. |
Sowohl die neueren MACs als auch die PCs der letzten Jahre haben Buchsen
für Stecker wie den nebenstehenden. Damit sollen mittelfristig so ziemlich alle
Anschlüsse abgelöst werden, die bislang für den Strippensalat auf der Rückseite
unserer Rechner verantwortlich sind.
USB bietet genügend Bandbreite für eine Vielzahl von Anwendungen -
auch die Kamera, mit der das nebenstehende Bild aufgenommen wurde,
hat einen USB-Anschluß. Neben der Datenverbindung bietet USB auch eine
(begrenzte) Stromversorgung. Diverse kleinere Einheiten wie die eben
erwähnte Kamera oder ein Modem brauchen so keine eigene Stromversorgung.
In der Theorie kann man USB-Geräte jederzeit anstöpseln oder abziehen.
Beim ersten Einsatz fragt der Geräte-Manager nach der Installations-CD,
damit sollte eigentlich alles problemlos laufen.
Microsoft vertraut darauf so stark, daß die ganzen herkömmlichen Schnittstellen
verschwinden sollen - auf Nimmerwiedersehen serielle Schnittstelle,
Druckerport und PS/2-Maus.
Die gute Nachricht: USB kann einiges, Die schlechte Nachricht:
Die PC-Technik hat so viele Leichen im Keller, daß wir die nicht so schnell
los werden. So gibt es zwar USB-Tastaturen, davon kann ich aber nur herzlich abraten.
Denn: Wie geht's weiter, wenn Windows nicht mehr hochkommt, nur noch eine
DOS-Bootdiskette hilft und MS-DOS keine herkömmliche Tastatur findet?
Außerdem gibt es da noch Gemeinheiten in dem Stil, daß längst nicht jedes BIOS weiß,
was eine USB-Tastatur ist.
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USB ist für eine baumartige Struktur ausgelegt:
An den Rechner werden ein oder mehrere Hubs
("Radnaben") hintereinander angeschlossen. Wenige Rechner bieten von sich aus
mehr als zwei oder vier USB-Anschlüsse.
Bei stationären Rechnern ist der Monitor der natürliche Standort für einen USB-Hub,
denn den hat der Benutzer zwangsweise vor der Nase. Hier sollen dann Tastatur
und Maus angeschlossen werden (Warnung siehe oben), die Maus womöglich auch
direkt an der Tastatur. Daß man auf diesem Weg den Strippensalat reduzieren kann,
wissen MAC-Benutzer schon seit einem Jahrzehnt.
Im einfachsten Fall ist USB eine weitere, praktische Schnittstelle.
So betreibe ich meinen Laptop häufig mit einer PS/2-Tastatur und
einer USB-Maus. Eine PS/2-Maus könnte ich nur über ein Adapterkabel
anschließen, aber die serielle Schnittstelle wäre auch noch frei.
Übrigens brauche ich bei jedem Booten erst mal das Touchpad des Laptops,
um die USB-Schnittstelle zu aktivieren. Erst dann funktioniert die USB-Maus.
Zumindest dann, wenn ich meinen Hub dazwischen schalte und die Maus nicht direkt
in den Rechner stöpsle...
USB und Firewire
Zu USB als universelle Peripherie-Schnittstelle gibt es eine Alternative:
Firewire (IEEE 1394)
Firewire ist eine eigenständige Entwicklung der Firma Apple, die aber mittlerweile
standardisiert wurde. Firewire ist deutlich schneller als die gegenwärtige USB-Version 1.1
und ist z.B. im Bereich digital Video (DV) längst eingeführt -
kein aktueller DV-Camcorder kommt ohne daher. Dagegen will Intel mit der Version 2
von USB angehen. Ob sich das durchsetzen läßt, wird sich erst in den nächsten Jahren
zeigen. USB eignet sich gegenwärtig für Mäuse, Modems oder Scanner, während man
externe Festplatten oder DV-Camcorder wohl kaum auf weniger als 1 MB/s ausbremsen
will. Hier ist gegenwärtig Firewire die Schnittstelle der Wahl.
Fazit
USB ist eine interessante, universelle Schnittstelle,
die kleinere Peripheriegeräte auch mit Strom versorgen kann.
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