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Warum treibt jemand den Aufwand eines Ingenieurstudiums, um dann
technischer Redakteur, also Spracharbeiter, zu werden? Weil er auch
kontaktfreudig ist und eine sprachliche Begabung hat.
Das ist die Kurzfassung meines Berufsweges in die technische Dokumentation.
Weitere Fakten finden Sie auch über die Navigationsleiste links.
Mein Motto: Ich mache komplexe Technik für Techniker verständlich.
Immer wieder beobachte ich Kommunikationsprobleme zwischen Projektbeteiligten.
Das müssen nicht Fachfremde wie Entwickler und Marketingmensch sein, auch viele
Entwickler haben untereinander Kommunikationsprobleme. Bekannt ist beispielsweise
der Effekt, dass in einem Software-Entwicklerteam die Leistung nicht linear mit
der Teilnehmerzahl ansteigt. Es kann also sinnvoller sein, einen technischen Redakteur
ins Team aufzunehmen - und nicht noch einen Entwickler.
Schon mehr als einmal wurde in der Redaktionskonferenz
für meine technische Dokumentation geklärt, an welchen Stellen am Projekt beteiligte Arbeitsgruppen
über Jahre aneinander vorbei geredet hatten.
Angestelltenzeit: Hard- und Software-Entwickler, technischer Redakteur
Nach dem Elektrotechnik-Studium arbeitete ich zunächst als Hard- und
Software-Entwickler, ehe ich zum Überzeugungstäter in Sachen Schreiben wurde.
Bei einen Hersteller von Medizinelektronik schrieb ich fünf Jahre lang technische Dokumentation.
Dort war ich der Mr. Serviceanleitung. Auch die eine oder andere Applikationsanleitung entstand
in dieser Zeit. Für ein halbes Jahr ließ ich mich auch einmal als Softwareentwickler an die Entwicklung
ausleihen. Dort schrieb ich in C Software zum Mustervergleich von EKG-Signalen.
Seit 1989: selbständiger Dokumentations-Dienstleister
1989 machte ich mich selbständig und fand recht schnell das Thema
elektronische Dokumente: 1990 organisierte ich im Rahmen des Fachverbandes tekom
die erste Fachtagung Online-Dokumentation.
Heute erstelle ich mit Vorliebe große, vernetzte Systeme, etwa diese Website.
300 Seiten und 1500 Links sind die sinnvolle Untergrenze für die Methoden,
die ich hier anwende. Am reinsten sind diese Ideen bei TC Forum zu erkennen. Aber ich beschränke mich nicht auf diesen
Fachbereich, natürlich schreibe ich auch viel für das Zielmedium Papier.
Was ich zu dieser Zeit noch nicht wissen könnte: Die hier angesprochenen Automatisierungsmethoden
nahmen vieles vorweg, das bis heute in den meisten XML-Systemen nur unvollkommen verwirlicht wird.
Mittlerweile ist das Thema XML viel zu breit, als dass ich es als Einzelkämpfer sinnvoll abdecken könnte.
Aber wenn es um die Perspektive des technischen Redakteurs auf diese Technik geht, kann ich intensiv
mitreden.
Breites Wissen und große Erfahrung für technische Dokumentation
Meine Kunden stellen mich vor immer wieder neue technische Herausforderungen
und vertrauen mir auch Aufgaben außerhalb des Bereichs technische Dokumentation an.
Gelegentlich suche ich mir Kooperationspartner, etwa wenn es tief in den Maschinenbau
hinein geht oder Übersetzungen in Fremdsprachen benötigt werden. Interne technische Dokumentation
schreibe ich regelmäßig auf englisch. Einige Bereiche dieser Website zeigen,
wie sehr ich mit dem Berufsstand der Übersetzer verbunden bin.
Meine professionelle Entwicklerzeit ist lange her, die eigenen Erfahrungen sind aber
immer präsent - auch weil ich in begrenztem Maß immer noch als Entwickler aktiv bin. So ersparte ich Weihnachten
2000 meinem Kunden eine
Fertigungsunterbrechung, weil ich die Unverträglichkeit durch die Hardwareänderung
eines Lieferanten erkannte und die Lösung lieferte.
Von Gleichspannung bis
2,4 GHz
bin ich daheim, in der Hardware ebenso wie im IT-Bereich.
Für einen großen deutschen Halbleiterhersteller schrieb ich Marketingartikel
über Telekommunikationsbausteine, für einen Telekommunikationskonzern pflegte ich
über Jahre die Programmieranleitung für Telefon-Nebenstellenanlagen mit vier- bis
fünfstelliger Durchwahl. Da gibt es schon über ein Dutzend verschiedene Besetztzeichen,
deren Betreuer meinte "das habe ich erst nach Monaten kapiert". Meine entsprechende
Anleitung war bedeutend früher fertig...
Meine letzten Kunden ließen mich Konfigurations- und Installationsunterlagen für Glasfasersysteme
(320 Gbit/s über 100 km auf einer Glasfaser) oder Algorithmusbeschreibungen für die Kalibration
von Chiptestern (2048 Kanäle auf < 100 ps synchron) schreiben. Oft genug sind das rein interne
Unterlagen, die primär zur Kommunikation innerhalb eines Entwicklerteams dienen. Dass ich damit den
Entwicklern die Kollegen von der Anwenderdokumentation vom Leib halte, ist schon eher Nebeneffekt:
Nur 20% meiner Texte werden an die Anwender weitergegeben - das sind dann aber immer noch
Fertigungstechiker und Ingenieure von Halbleiterherstellern.
Von den Chiptestern stieg ich in die Energietechnik um: Bei einem der großen deutschen
Stromversorger schreibe ich Fahranleitungen, also Kurzanleitungen für das Fahrpersonal.
Auf typisch 50 Seiten steht hier die Quintessenz zum Betrieb einer Turbogruppe, eines
Dampferzeugers oder der Rauchgasreinigung. So eine technische Dokumentation ersetzt natürlich nicht
die diversen Regalmeter technischer
Dokumentation, die es in jedem Kraftwerk gibt. Aber es gibt jetzt eine übergeordnete Dokumentationsebene,
die das Fahrpersonal in vernünftiger Zeit durcharbeiten und verstehen kann. Hier werden Zusammenhänge
quer über die einzelnen Anlagenteile erklärt und gezielt auf die Herstellerdokumentation und andere
Unterlagen verwiesen.
Meine Vertrautheit mit komplexen elektronischen Dokumenten öffnete mir auch
die militärische Dokumentation. Hier entsteht gegenwärtig rund um die Spec 1000 D
eine Technik, in der ein Rechner Schritt-für-Schritt-Anleitungen für
jeden speziellen Reparatur- oder Wartungseinsatz berechnet und z.B. überflüssige
Arbeitsschritte wegoptimiert: Klappe auf, Teil wechseln, Klappe zu - Klappe auf,
abschmieren, Klappe zu
Allein im stillen Arbeitszimmer gelingt ein solcher Berufsweg nicht. 20 Jahre
war ich im Berufsverband tekom e.V. aktiv.
Intensiver Austausch mit Kollegen und kontinuierliche Weiterbildung, innerhalb und
außerhalb dieses Verbandes, sind für mich unverzichtbar.
Mit zunehmender Erfahrung gibt es auch immer mehr weiterzugeben. So halte ich
Seminare
oder bin Referent bei Tagungen.
Internet-Aktivitäten
Das Internet eröffnete auch mir völlig neue Wege. Diese Website darf mittlerweile
rund 70.000 Besucher im Monat begrüßen. Zu meinen neuen Kompetenzbereichen
gehört die Suchmaschinen-Optimierung von Websites. Wie erfolgreich man hier ohne
üble Tricks wie Linkfarmen sein kann, läßt sich leicht mit Google beweisen.
Probieren Sie doch einmal die Suchbegriffe "technischer Redakteur", "Übersetzer Jobs",
"WLAN" oder "USB Stick" aus. Diese Positionen in den Trefferlisten besetze ich häufig schon seit Jahren.
Übrigens betätige ich mich, vom Eigenbedarf abgesehen, nicht als Webdesigner. Ich konzentriere mich auf die
Dinge, die man als Verantwortlicher für eine Website auf jeden Fall selber in der Hand haben muss.
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