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Ständig piepst irgendwo ein Handy. Die meisten melden sich nur mit "Hallo" oder
"Ja", wohl um den Umstehenden ihren Namen nicht zu verraten. Aber die wenigsten
denken daran, welche Datenspuren sie schon hinterlassen, wenn Sie das Handy
nur mit sich herumtragen.
Ständig sind Millionen von Handys eingeschaltet.
Wie findet das Netz eigentlich
genau das Handy, das jemand gerade anrufen will? Die Antwort ist ganz einfach:
Das Funknetz weiß ständig, über welche Feststation jedes einzelne eingebuchte
Handy erreichbar ist - oft sogar noch, in welcher Richtung und wie weit von der
Feststation das Handy ist.
Wenn sie Ihr Handy einschalten, "bucht es sich ein". Das können Sie hörbar machen,
wenn sie das Handy unmittelbar neben ein Radio oder ähnliches Gerät legen.
Bleiben Sie am gleichen Ort, so meldet sich das Handy alle 30 min bei der Feststation.
Bewegen Sie sich, so "unterhalten" sich Feststation und Handy über die
Verbindungsqualität - auch die der benachbarten Feststationen. Funktioniert die
Verbindung zu einer anderen Feststation des gleichen Netzes deutlich besser,
so reicht die Feststation das Handy an ihren Nachbarn weiter.
Alle diese Daten landen in einer zentralen Datenbank. Wenn Sie ein Handy anrufen,
liefert diese Datenbank die zugehörige Feststation und genau diese eine Feststation
bringt dann das Handy zum Klingeln. Wenn Sie auf der Autobahn fahren, werden Sie
alle paar Minuten weitergereicht - mehr als 20 km Reichweite hat wohl kaum eine
Feststation. Das Weiterreichen funktioniert selbst während eines Gesprächs,
ohne daß die Gesprächspartner davon etwas merken.
Die Inhalte der erwähnten Datenbank werden über längere Zeiträume gespeichert.
Sagt ein Zeuge aus, der Bankräuber habe ein Handy mit sich geführt, ist er
womöglich schon so gut wie überführt - er brauchte nur sein Handy eingeschaltet
zu haben. Ein großer Teil der Bevölkerung liefert mittlerweile also freiwillig
Bewegungsdaten ab.
Mit UMTS wird alles nur noch schlimmer
Diverse Grundprinzipien des aktuellen GSM-Systems wird UMTS übernehmen.
Der entscheidende Unterschied bei UMTS ist die viel größere Bandbreite,
die in Zukunft zur Verfügung stehen soll. Das funktioniert aber nur
unter zwei Voraussetzungen: UMTS arbeitet auf höheren Frequenzen und
mit höherer Feststationsdichte. Ein UMTS-Handy wird deshalb auf wenige 10 m genau
zu orten sein.
Eine recht harmlose Anwendung dieser Ortungsmöglichkeit ist, daß Eltern die
Bewegungen ihrer Kinder überwachen können. Gerade für UMTS gibt es aber
internationale Arbeitsgruppen, die diverse Standards für die Überwachung
der Handy-Benutzer erarbeiten.
Literatur
Moeche, Erich: Freund hört mit - Das FBI in Europas UMTS-Netzen. In:
c't 20/2002, S. 114ff
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