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Nur noch ganz billige Rechner werden heute mit weniger als 512 MB
RAM ausgeliefert. Reicht das, oder sollte man den Rechner weiter aufrüsten?
Das typische Beispiel ist Bildbearbeitung, wo drei unkomprimierte Fassungen
eines Bildes in den Speicher passen müssen.
Die unkomprimierte Dateigröße kann man etwa an BMP-Dateien abschätzen.
Die drei Versionen ergeben sich aus Ausgangsdaten eines Arbeitsschrittes,
Zieldaten eines Arbeitsschrittes, und Daten für die Rücknahme- (Undo-) Funktion.
Häufig ist der Speicherbedarf des Programms selber daneben fast zu vernachlässigen.
An welchen Stellen könnte sich sonst zusätzlicher Speicher auswirken?
Das ist ganz einfach festzustellen - mit dem Ohr: Mehr Speicher wirkt sich
vorzugsweise dort aus, wo Plattenaktivitäten den Rechner ausbremsen.
Dazu muß man bedenken, daß der Speicherzugriff auf das RAM
etwa um dem Faktor 10.000 schneller ist als der Zugriff auf die Festplatte.
Natürlich müssen Programme und Daten erst einmal von der Festplatte geladen werden.
Der erste Start eines Programms lässt sich mit mehr RAM kaum beschleunigen.
Aber häufig werden die gleichen Daten kurz hintereinander immer wieder benötigt.
Kann der Rechner diese Daten im RAM halten, gehen die Plattenaktivitäten
massiv zurück. Der Webbrowser braucht dann keine 5 s zum Laden mehr,
sondern öffnet sein Fenster in Sekundenbruchteilen.
Auch so manche "unsichtbaren" Vorgänge werden so beschleunigt.
Schließlich muß sich der Rechner auch selber verwalten und benötigt dazu Daten.
Ganz typisch: Die Verwaltung der Festplatte im Plattencache.
Speziell bei Laptops kann viel RAM auch Nachteile haben:
- Das RAM braucht Strom. Das muß man aber gegen den Strombedarf abwägen,
den man bei den Plattenaktivitäten spart.
- Speziell beim Starten und Herunterfahren bremst viel RAM - beim
Power-on Self Test (POST) oder Leeren des Cachespeichers.
- Wer die Funktion "Suspend to Disk"
nutzen will, sollte womöglich sogar auf 256 MB abrüsten.
Denn wenn man den Rechner mit dieser Methode "schlafen schickt",
wird der gesamte RAM-Inhalt, samt einiger anderer Daten, auf die Platte
geschrieben. Unterstellen wir eine durchaus schnelle Übertragungsrate
von 20 MB/s, dauert Suspend to RAM bei 256 MB irgendwas jenseits von 12 s.
Mit 1 GB geht unter 1 min nur dann noch etwas, wenn wesentliche Teile des RAM
ungenutzt waren und das Speicherprogramm das auch weiß und verwaltet.
512 MB als obere Grenze bei 16-bit-Windows
Wer die 16-bit-Versionen von Windows benutzt (Windows 95/98/ME),
sollte nicht mehr als 512 MB RAM im Rechner haben: Die Speicherverwaltung ist
offensichtlich bei 768 MB am Anschlag und verwaltet noch etwas mehr als nur
den Arbeitsspeicher - etwas den Adreßbereich des AGP-Bus. Manche Programme
verhalten sich schon bei 512 MB RAM "seltsam". Details siehe:
2 GB als obere Grenze von 32-bit-Windows
Auch die neueren Windows-Versionen haben eine Grenze, die mittlerweile
für 200 EUR überschritten werden kann: Mehr als 2 GB RAM können Windows 2000 und Windows XP
nur schwer verwalten. Mit 32 bit können zwar 4 GB adressiert werden, aber die oberen 2 GB
Adressraum hat sich Windows reserviert.
Diese Grenze heben 64-bit-Betriebssysteme auf. Einstweilen ist das vorzugsweise für Server
interessant, aber auch Mehrkern-Rechner werden hier die Anforderungen steigen lassen:
Je mehr Prozessorkerne ein Rechner enthält, um so mehr Programme können gleichzeitig arbeiten.
Bisher blockierte irgendwann ein einzelner Vorgang den Rechner und machte das Starten weiterer
Programme unattraktiv. Mit genügend Prozessorkernen bekommt die Bedieneroberfläche immer noch einen
ab und der Rechner bleibt bedienbar.
Fazit:
512 MB RAM reichen für die meisten Zwecke.
Wer öfter mal wartet, während die Festplatte in seinem Rechner vor sich hinbullert,
gewinnt für vielleicht 100 EUR einigen Komfort.
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