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Einerseits ist ein Notebook auch nur ein PC. Andererseits gelten dafür deutlich andere Regeln. Die sollte man schon vor dem Kauf berücksichtigen. Es gibt dabei bedeutend mehr Gesichtspunkte als nur den Platzbedarf. Eine andere, umfangreiche Darstellung zum Thema enthält [9].

Notebook oder normaler PC?

Die erste Entscheidung ist natürlich, ob es denn überhaupt ein Notebook sein muss. Dafür gibt es diverse Kriterien:

  • Der Platzbedarf ist eigentlich kein Argument. Einmal gibt es mittlerweile recht kleine PC-Gehäuse und außerdem braucht man für entspanntes Arbeiten sowieso externe Tastatur und Maus. Dazu kommt ein Ständer, damit der Notebook-Bildschirm auf eine ergonomisch sinnvolle Höhe kommt.
  • Wer an den verschiedenen Plätzen auf PCs zugreifen kann, muss eigentlich nur an seine Daten heran kommen. Dafür gibt es verschiedene Dienste im Internet und außerdem externe Massenspeicher mit USB- und Firewire-Anschluss. Mancher trägt sein halbes Büro in Form eines USB-Stick am Schlüsselbund spazieren. Mittlerweile gibt es auch eine Menge Software, die sich ohne Installation auf dem Zielrechner betreiben lässt.
  • Wenn es um E-Mail oder Termine geht, gibt es andere Lösungen - von Handy bis PDA (Personal Digital Assistant). Die braucht man nicht erst langwierig anzuwerfen und bedeutend kleiner und leichter sind sie auch.
  • Manche Dinge kann ein Notebook bedeutend schlechter als ein herkömmlicher PC. Das beginnt bei der Grafikeinheit, die nur selten aktuellen Spielen gewachsen ist, und endet bei mancher Peripherie. Zwar kann man heute per USB, Firewire oder LAN und WLAN eine Menge anschließen. Aber wirklich transportabel ist so ein Drahtverhau eigentlich nicht mehr.
  • Ein Notebook ist kaum zu erweitern und nur sehr schwer und teuer zu reparieren. Festplatte und RAM sind meist noch Standardkomponenten, das war's aber auch. Während die meisten herkömmlichen PCs weitgehend aus Standardkomponenten bestehen, ist jeder Notebook eine Spezialkonstruktion. Ersatzteile oder Aufrüstkomponenten gibt es folglich nicht beim Computerladen im nächsten Einkaufszentrum, sondern nur beim Hersteller und dessen Vertretungen. Die indiskutablen Kosten für Ersatzteile und Reparaturen sind Legion - siehe Literaturhinweise am Ende dieser Seite. Ein neuer LCD-Monitor im Notebook-Format kostet 200 EUR, ein neues Display im Notebook sicher weit über 500 EUR.

Zumindest Nomaden kommen ohne Notebook nicht aus. Oft spielt die Laufzeit fern vom Stromnetz keine entscheidende Rolle - irgendwo gibt es schon eine Steckdose. Vertreter, die nur ein paar Minuten bei jedem Kunden sind, werden sich diesen Aufwand allerdings ersparen wollen. Zwei Stunden Batteriebetrieb schafft heute fast jeder Notebook. Die sparsamsten Rechner mit großer Batteriekapazität schaffen bis zu sechs Stunden. Es gibt auch Hilfestellungen wie Stromversorgung aus der Autobatterie oder Zweitakku.

  • Auswahl und Preisspanne sind groß. Deshalb sollte man zunächst eine Liste von Anforderungen aufstellen - auch von Eigenschaften, die man eben nicht so dringend benötigt. Es gibt kaum noch Rechner, die für normale Büroarbeiten zu langsam wären. Je größer der Bildschirm ist, um so schwerer und klobiger wird der Rechner. Ein sehr hochwertiger Bildschirm muss nicht unbedingt der sinnvollste sein, wenn er extrem spiegelt oder die Schrift wegen der hohen Auflösung zu klein wird.
  • "Sub-Notebooks" mit einem 12-Zoll-Bildschirm oder noch kleiner eignen sich nur als Zweitrechner. Natürlich ist es angenehm, nur eineinhalb kg herumschleppen zu müssen. Aber routinierte Tipper oder Besitzer männlicher Wurstfinger tun sich auf einer verkleinerten Tastatur recht schwer. Optisches Laufwerk und Steckplätze für PC-Cards o.ä. gibt es in dieser Klasse selten und die Rechenleistung ist auch begrenzt. Dafür kosten Sub-Notebooks noch deutlich mehr als Laptops der 3-kg-Klasse. Einen solchen Rechner mit Docking Station, Tastatur, Bildschirm usw. aufzurüsten erzeugt heftig Strippensalat und ist kaum billiger als ein zusätzlicher Normal-PC.
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Welchen Prozessor wählen?

Für die meisten Aufgaben ist heute fast jeder Prozessor schnell genug. Gelegentlich gibt es Notebooks in der Preisklasse unter 500 EUR mit einem Via C3- oder C7-Prozessor. Damit sollte man sich wirklich nur zufrieden geben, wenn man gelegentlich mal einen Brief schreibt und keine Digitalkamera hat. Denn schon das Ansehen der Urlaubsbilder geht damit quälend langsam. Da ist man mit einem drei oder vier Jahre alten Notebook aus Leasing-Rückläufern fürs gleiche Geld besser bedient.

Die erste Entscheidung ist die für den Prozessorhersteller. Die Auswahl beschränkt sich dabei auf AMD mit Sempron- und Turion-Prozessoren oder Intel. Von Intel gibt es einmal die alte Pentium-M-Serie, die meist unter der Marke Centrino vermarktet wird - ein kleverer Marketing-Gag, weil Centrino-Notebooks noch weitere Intel-Komponenten wie eine WLAN-Karte enthalten müssen.

Die neue Prozessorgeneration vertreibt Intel unter der Bezeichnung Core Duo. Dort enthält der Prozessorchip zwei Rechnerkerne, die allerdings jeder etwas langsamer laufen als gewohnt. Gerade bei Notebooks bringt der zweite Rechnerkern bislang relativ wenig: Die meisten Programme können damit nicht umgehen und benutzen deshalb nur einen Rechnerkern. Aber wer benutzt unterwegs mehrere Programme gleichzeitig in der Art, dass sie gleichzeitig Rechenleistung verbraten? Der zweite Rechnerkern wird dann höchstens die Bedienung etwas flüssiger machen: Der eine Rechnerkern wird von der Anwendung belegt, so dass die Bedieneroberfläche ständig den zweiten Rechnerkern für sich hat.

Bei vergleichbarer Leistung verbrauchen Intel-Notebooks tendenziell etwas weniger Leistung als AMD-Notebooks. Das sagt aber noch nichts über die Batterie-Betriebsdauer aus, denn der Hersteller kann die geringere Leistungsaufnahme auch zum Verkleinern der Batteriekapazität nutzen. Dafür sind die Notebooks mit AMD-Prozessoren meist etwas billiger als mit vergleichbaren Intel-Prozessoren. Nachdem AMD-Prozessoren meist in Deutschland (Dresden) gefertigt werden, sichere ich diese Arbeitsplätze.

...oder gleich ein Mac-Book?

Seit kurzem können Intel-Macs auch Windows XP und Linux nutzen. Aber gerade bei Notebooks hat die Unterstützung noch ärgerliche Lücken [7], z.B. im Power-Management. Unbestreitbar hat Apple der ganzen restlichen PC-Welt einiges vor gemacht. Aber die Aufpreise für Mac-Notebooks sind ausgesprochen heftig. Mac-Jünger können aber aufatmen: Sie können jetzt all die Software nutzen, die 95% der PC-Benutzer schon lange selbstverständlich war.

USB

Mittlerweile verschwinden an den Notebooks diverse liebgewonnene Schnittstellen: Ade parallele und serielle Schnittstelle. Selbst der PS/2-Stecker für externe Tastatur und Maus ist mittlerweile fast ausgestorben. Abgesehen von u.U. nötigen Investitionen in neue Peripherie ist USB recht praktisch: Diese Schnittstelle ist deutlich schneller als alles früher Übliche und bringt zusätzlich noch eine Stromversorgung mit. 2,5 W sind zwar nicht viel, aber für einen USB-Stick oder einen ISDN-Anschluss reicht es. Auch manche externe 2,5-Zoll-Festplatte wird so betrieben, hält sich aber wenigstens beim Hochfahren nicht an die Leistungsbegrenzung. Zumeist funktioniert es problemlos, Schäden am Rechner sind aber nicht auszuschließen. Und Reparaturen am Notebook - siehe unten.

USB ist auch unterwegs sexy: Man spart sich das Rumschleppen diverser "Würfel" (Steckernetzteile) samt ihren Strippen und einer Steckdosenleiste, um das alles auch mit Strom versorgen zu können. Natürlich geht das auf Kosten der Batterie-Betriebsdauer.

Laptop erweitern

Gegenüber einem herkömmlichen Rechner sind die Erweiterungsmöglichkeiten recht begrenzt. Meist kann man den Speicher aufrüsten oder die Festplatte gegen eine mit größerer Kapazität austauschen. Die meisten Laptops haben ein oder zwei Schächte für PC-Cards oder den neueren Standard Express-Card. In dieser Technik gibt es eine Menge Erweiterungen bis hin zum Fernsehempfänger.

Ein Schwachpunkt dieser Karten ist die geringe Dicke: Mechanisch stabile Stecker lassen sich nicht verwenden und Zugentlastung ist auch nicht vernünftig möglich - ggf. kommt die Karte gleich mit aus dem Rechner gerutscht.

Gerade beim transportablen Einsatz stören die ganzen Strippen. Hier können Docking-Stations helfen. Viele Laptops haben auf der Unter- der Rückseite einen speziellen Stecker, über den sie mit diesen Zusatzgeräten verbunden werden. Am Schreibtisch stellen diese Zusatzgeräte alle Verbindungen her, zugleich kommt der Bildschirm ewas höher. Auch kann man in einige Docking-Stations herkömmliche Erweiterungskarten einstecken - wohlweißlich nur für den stationären Betrieb am Netzteil.

Schließlich gibt es auch universelle Docking-Stations auf USB-Basis, die etwas mehr Anschlüsse als ein normaler USB-Hub bieten.

Weitere Hinweise siehe [10] und [11].

Das Reparaturproblem

Wer sich nach der Garantiezeit an den Hersteller wendet - sei es wegen einer Erweiterung oder einer Reparatur, hat ausgesprochen schlechte Karten: Zubehör ist häufig schon nach einem halben Jahr nicht mehr lieferbar und Reparaturen werden nach Pauschalen abgerechnet, die weit jenseits von gut und böse sind:
  • Dell berechnet pauschal mindestens 407 EUR, egal ob eine Maustaste abgebrochen ist oder das Display Probleme hat. Mit viel Bitten und Betteln schafft man es vielleicht, Ersatzteile zugeschickt zu bekommen - ein Paar Schrauben für 75 EUR plus Versandspesen.
  • Von Sony ist eine Reparaturpauschale von 1200 US-$ bezeugt. In der c't 26/03 findet sich über eine halbe Seite mit Leserbriefen, die sich mit den Schwierigkeiten bei Sony-Notebook-Reparaturen auseinandersetzen.
  • Der Apple-Service wollte ein Powerbook für 700 EUR einschicken.
  • Lifetec wollte für den Austausch des Displys 900 EUR.

Eigene Erfahrung: Morservice ist ein Zusammenschluß von Reparaturwerkstätten - mein Ansprechpartner (Stengel, Nürnberg) ist Radio- und Fernsehtechniker. Die wechselten das Display meines Notebooks bedeutend preiswerter. Das ist zwar eine ziemliche Bastellösung, weil sie offensichtlich kein mechanisch genau passendes Display auftrieben. Aber sonst hätte ich die Kiste schon vor drei Jahren entsorgen müssen. Das Gerät tut bis heute problemlos, ich pflege u.a. diese Website damit.

Meine Folgerung daraus: Kaufen Sie ein möglichst billiges Notebook und kaufen Sie ggf. einfach ein neues Gerät. Die neuesten Daten kann man z.B. auf einem USB-Memory-Stick speichern. Wenn dann ein Spezialteil den Geist aufgibt, zückt man im nächsten Elektronikmarkt die Scheckkarte, packt anschließend Programm-CDs und Memory-Stick aus und wenige Stunden später kann man wieder arbeiten. Die Alternative muß nicht billiger sein, kostet aber zwischen einigen Tagen und diversen Monaten Zeit, in denen man auf das wichtigste Werkzeug verzichten muß. Mit Hinweis auf die folgenden Literaturhinweise wird man wohl auch dem Finanzamt klar machen können, warum man seinen Rechner schon ein oder zwei Jahre vor der Zeit verschrottet hat.

Fazit:

Mehr noch als bei einem stationären Rechner sollte man vor dem Kauf seine Bedürfnisse analysieren. Zum einen gibt es ein paar Kriterien mehr (Gewicht, Batterielaufzeit...), außerdem kann man an einem Notebook längst nicht so "rumschrauben" wie bei einem konventionellen Rechner.

Literaturhinweise:

[1] Schnurer, G.: Pauschal verärgert - Wahnsinnspreise für kleine Notebook-Reparaturen.
In: c't 3/2002, S. 74f
Siehe auch Leserbriefe dazu in c't 4/02, S. 8 und 12/02, S. 13
[2] Schnurer, G.: Folgekosten - unglaublich teuere Notebook-Ersatzteile
In: c't 20/2002, S. 98f
[3] Wester, J.: Kunde ärgere Dich nicht. Dem Notebook-Service auf die Finger gesehen.
In: c't 25/2003, S. 150 ff
[4] Wester, Jörg: Das große Wechseln. Erfahrungen mit dem Reparaturservice für Mobilrechner
In: c't 2/2005, S. 110ff
[5] Rink, Jürgen: Wenn der Kunde zweimal klingelt. Erfahrungen mit dem Notebook-Service
In: c't 6/06, S. 178 (mit Listen von unabhängigen Reparaturwerkstätten und Bezugsquellen von Ersatzteilen wie Akku, Netzteil oder Speicher)
[6] Wirtgen, Jörg: Einzelgänger. Alleskönner: Notebooks mit großem Displays
In: c't 7/06, S. 124ff
[7] Benz, Benjamin; Schnurer, Georg: Einfach besser? - Showdown: Apples Intel-Macs gegen den Rest der PC-Welt
In: c't 10/06, S. 116ff
[8] Golem: Pauschal Reparatur Preise
[9] ForumDeluxx: Notebook-Auswahl
[10] Glahn, Key: Mobile Alleskönner. Eine Übersicht über die Erweiterungsmöglichkeiten von Notebooks
In: Heise mobil vom 22.02.07
[11] Buereg, Billy; Faber, Sascha: Notebook-Tuning. Fehlt es einem PC a Power, wird er aufgerüstet. Das geht auch beim Notebook und ist gar nicht so schwierig.
In: PC Professionell 5/07, S. 160ff
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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/thema/laptopau.htm
Letzte Änderung: 08.04.07 (1 neue Literaturstelle)


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