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Navigationssystem Garmin GPSmap 60CSx - Erfahrungsbericht


Den folgenden Text wollte ich nicht einfach löschen, denn er scheint immer noch den einen oder anderen zu interessieren. Mittlerweile benutze ich mein Garmin-Gerät nur noch beim Fahrradfahren oder Wandern im Zusammenhang mit den Open-Streetmap-Karten, denn die Update-Politik von Garmin bei den Karten geht mir heftigst gegen den Strich: Mittlerweile verwendet Garmin für seine Karten ein kompakteres Datenformat. Damit ist das für Garmin ein neues Produkt, für das ich kein Update-Recht habe. Ich soll also für das Kartenupdate 93 EUR zahlen.

Bei Pearl kostet ein Navi samt vergleichbaren Karten weniger als bei Garmin ein Karten-Update. Sucht man etwas, so sind die Foren voll mit Klagen über Garmin und seine Kartenupdates. Das muss ich mir wirklich nicht antun. Das ist für mich das Ende des Kapitels "Garmin". Und das Ende der Pflege dieser Seite.


Was sollte einen veranlassen, für ein Navigationssystem mit allem Zubehör an die 700 EUR auszugeben, wo es beim nächsten Lebensmittel-Discounter Vergleichbares für 200 EUR gibt? Oder was ist mit einer GPS-Maus am Laptop? Die Antwort ist einfach: Ich hatte andere Anforderungen als nur Lotsendienste im Auto.

Die Anforderungen an das Navigationssystem

Für den Einsatz im Auto taugen die meisten Navigationssysteme. Die leistungsfähigste Lösung sind natürlich fest eingebaute Geräte, die auf Informationen von Tacho und vielleicht sogar den Lenkeinschlag zugreifen können. Nur so kann ein Navigationssystem Empfangsausfälle in Tunneln überbrücken. In München wird das in den nächsten Jahren ein durchaus wesentliches Argument, wenn der Mittlere Ring immer mehr unter der Erde verschwindet. Aber meist halten sich die Navigationsprobleme in Tunneln durchaus in Grenzen.

Die meisten billigen Navigationssysteme eignen sich nur für den Einsatz im Auto, weil sie keine Batterie enthalten und nicht wetterfest sind. Das war für mich das K.O.-Kriterium, denn ich wollte das System auch am Fahrrad einsetzen - als Ersatz für 50.000er topographische Karten. Auch wenn es so zu der paradoxen Situation kommt, dass das Fahrrad billiger war als das Zubehör...

Bei der Recherche stieß ich auch auf PDAs mt GPS-Empfängern. Diese Lösung verwarf ich wegen mechanischer Probleme und der Betriebsdauer. Ein PDA hält ohne Batteriewechsel wohl kaum eine ganztägige Fahrradtour durch.

Von vorne herein ausgeschlossen habe ich Smartphone-Lösungen: Diese Geräte fallen unter das Handy-Verbot im Auto, dürfen dort also nicht bedient werden. Und wer schaltet nicht mal den Kartenmaßstab um oder wählt unterwegs nie ein anderes Ziel?

Ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt ist die Infrastruktur, die es zu einem Gerät gibt. Für die Marktführer Tomtom und Garmin finden Suchmaschinen mehrere Millionen Treffer. Für die Software des Aldi-Lieferanten Medion mit GoPal Navigator gibt es gut 100.000 Treffer - und beim Hersteller nur Kartenmaterial für West- und Osteuropa.

Ein für mich sehr wichtiger Aspekt: Meine tragbare Elektronik läuft fast ausschließlich mit Mignon- (AA-) Zellen, Ausnahmen sind nur Handy und Laptop. In dieser Baugröße gibt es praktisch überall Primärzellen und eine überreiche Auswahl an Akkus. Wenn ich länger als ein paar Stunden unterwegs bin, habe ich fast immer vier geladene Zellen und ein einfaches Ladegerät dabei. Auch das Garmin GPSmap 60CSx arbeitet mit diesen Batterien.

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Nach dem Auspacken des Garmin GPSmap 60CSx

Ohne weiteres Zubehör ist das Gerät kaum sinnvoll einzusetzen. Die (in europäische Geräte) eingebaute Europakarte enthält wenig mehr als das Autobahnnetz. Unabdingbar sind deshalb Kartenmaterial und Speicherkarte.

Für den Einsatz im Auto bietet sich der DVD CityNavigator West-Europa mit Autohalterung und 12V-Stromkabel an. Dieser Satz, ohne das Gerät, kostet kostet schon so viel wie manches einfache GPS-Gerät. Dafür findet man dort selbst Straßen auf Firmengeländen verzeichnet. Aber für die nächste Fahrradtour reicht das immer noch nicht - außer man bleibt mit seinem Rennrad auf Asphaltstraßen. Zwar sind auch für den normalen Verkehr gesperrte Forststraßen verzeichnet, die Auswahl ist aber reichlich willkürlich.

Der Garmin GPSmap 60CSx benutzt Micro-SD-Karten als Speichermedium. Auf eine 512-MB-Karte bekommt man vom CityNavigator West-Europa z.B. Deutschland, Österreich und die Schweiz drauf und hat noch genügend Platz für Routen und andere Informationen. Für viele ist es wohl sinnvoller, zwei Speicherkarten statt einer doppelt so großen einzukaufen: Viele Karten, vor allem die offiziellen, sind nicht transparent, d.h. man kann sie nicht übereinander legen. Wer in den Urlaub fährt, spielt die Straßenkarten auf die eine Speicherkarte und die topographische Karte für das Zielgebiet auf die andere.

Im Internet findet man eine reiche Auswahl an kommerziell oder nicht-kommerziell erstellten Karten. Viele davon sind transparent, ich bekam sie aber noch nicht geladen. Schaffe ich auch noch...

  Garmin GPSmap 60CSx Gürtelclip

Dieser Gürtelclip wird mit dem Grundgerät ausgeliefert. In ihm steckt bei der Auslieferung der Nippel, mit dem das Gerät in der Mobilhalterung befestigt wird. Der Nippel geht aber nur dann raus, wenn man auf die Taste unten drückt (Pfeil).

Das erste Einschalten des Garmin GPSmap 60CSx

Man findet viele Berichte, dass GPS-Geräte selbst in Ruhe recht lange suchen müssen, bis sie genügend Satelliten finden und ihre Position erstmals bestimmen können. Ganz anders der Garmin GPSmap 60CSx: Nach dem Kauf fuhr ich mit der S-Bahn heim und bekam keinen Sitzplatz am Fenster. Trotzdem musste ich das Gerät auspacken und Batterien hineinstecken. Innerhalb weniger Minuten sprang die angezeigte Position von Taiwan um nach München-Süd.

Die Lobeshymnen auf die Empfängerleistung bei diesem GPS-Gerät kann ich also bestätigen. Gerade bei einem portablen Gerät ist das wichtig: Ein Auto wird wohl nur dann die Position ändern, wenn die Zündung an ist und folglich auch das GPS-Gerät Strom bekommt. Welcher Fußgänger wirft sein GPS-Gerät an, wenn er sich auf bekanntem Gebiet befindet? Aber wenn er dann in einer fremden Stadt aus dem Zug steigt...

Die Dokumentation des Garmin GPSmap 60CSx ist ziemlich mager. Die erste Mail an meinen Händler war fällig, als ich die Autohalterung in Betrieb nehmen wollte. Ich fand den Nippel nicht, den ich durch die Lasche der Autohalterung ziehen sollte. Die Lösung des Rätsels: Der Nippel wird nicht mit der Autohalterung ausgeliefert, sondern steckt im Gürtelclip, der mit dem Grundgerät ausgeliefert wird. Aber weder gibt es Packlisten noch eine Montageanleitung für das Teil.

Karten in das Garmin GPSmap 60CSx laden

Die Mapsource-Software wird von der DVD auf einen Windows-Rechner installiert. Damit wählt man dann die Kacheln des Kartenmaterials aus, die man in das GPS-Gerät laden will. Etwas unschön ist, dass man immer den kompletten Kartensatz im Windows-Rechner zusammenstellen und das komplette Paket hochladen muss - nachladen geht nicht. Das Laden dauert schon mal 20 min, wenn man Deutschland/Österreich/Schweiz haben will - knapp 500 MB.

Bei der ersten Nutzung muss man sein Kartenmaterial ggf. registrieren - abhängig von den Vorstellungen des Herstellers. Dazu braucht man eine Internet-Verbindung und muss das GPS-Gerät per USB an den Rechner anschließen. Registrier-Code und Seriennummer des Garmin GPSmap 60CSx werden verheiratet. Zwei solche Ehen sind mit einem Registriercode möglich.

Im Internet findet man viel Kartenmaterial im .img-Format. Meine Suche endete bei Open Street Map (OSM). Dort fand ich einen Verweis auf Freie OSM GPS Karten, wo es OSM-Karten für den deutschsprachigen Raum fix und fertig im Garmin-Format gibt. Leider ersetzen diese Karten nur die alten topografischen Karten. Für die Nutzung im Auto enthalten sie zu viele Details und vor allem: Man kann darin nicht suchen. Angeblich macht Garmin ein Geheimnis aus dem entsprechenden Datenformat. Aber die Navigation anhand vorhandener Wegmarken funktioniert, wenn auch ob der riesigen Datenfülle ziemlich langsam.

Erfahrungen mit dem Garmin GPSmap 60CSx

Die einfachste Methode ist wohl, für alle interessierenden Ziele Wegpunkte anzulegen und nach dem Einsteigen ins Auto über die Find-Taste eine Route zum nächsten Ziel berechnen zu lassen. Die Auswahl am GPS-Gerät dann kein Problem, wenn man nicht zu viele anlegt. Notfalls legt man am PC für unterschiedliche Zwecke verschiedene Datensätze an und löscht am GPS-Gerät immer wieder die nicht benötigten Wegpunkte.

Wenn man in Routen Zwischenziele definiert, sollte man Hin- und Rückfahrt auf der gleichen Straße vermeiden. Da wird die Route schon mal kurzgeschlossen und das Gerät lotst einen direkt zum übernächsten Ziel. Man sollte also Route zum nächsten Ziel im letzten Absatz wörtlich nehmen.

Überraschend gut funktioniert die Navigation ohne Sprachausgabe. Das GPS-Gerät produziert unterschiedliche Piepstöne, wenn man auf eine Abzweigung o.ä. zufährt. Leider lassen sich dabei rechts und links nicht unterscheiden. Generell finde ich die Piepserei weniger nervig als eine Sprachausgabe, die mich ständig auf einen anderen Weg schicken will. Manchmal ist es Absicht, wenn ich anders fahre, als das GPS-Gerät meint. Oft genug bleibt einem ein Blick auf die Karte sowieso nicht erspart: Muss man jetzt unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke, oder unmittelbar danach, nach links abbiegen?

Mit den verschiedenen Verkehrsfunk-Systemen habe ich keine Erfahrung. Einen Bezahldienst wollte ich nicht nutzen und die kostenlose Variante ist wohl nicht besser die Verkehrsberichte im Radio. Ich verzichte da gerne auf eine Vollautomatik und ziehe aus dem Verkehrsbericht im Radio meine eigenen Schlüsse. Wenn ich dann von der Autobahn abfahre, berechnet das GPS-Gerät sowieso eine neue Route. Das dauert nur wenige Sekunden, ist aber für eine Abzweigung unmittelbar an der Ausfahrt doch etwas lang - zugegeben.

Mit dem Garmin GPSmap 60CSx zu Fuß unterwegs

Eines funktioniert nicht: Das GPS-Gerät in der Beintasche betreiben. Das hängt wohl mit den vielen Bewegungen zusammen. Aber in einer Brusttasche funktioniert es recht gut. So lange das Gerät eingeschaltet ist, zeichnet es regelmäßig die Position auf. Die kann man später als Track auf den PC laden. Geht man einen geraden Weg entlang, liegen die Positionspunkte meist recht genau in einer Linie. Gelegentlich liegen diese Punkte mit einem praktisch konstanten Abstand neben dem benutzten Weg auf der Karte. Da liegt der Verdacht nahe, dass die Karte etwas ungenau ist - der Weg liegt 5 oder 10 Meter neben der angezeigten Position. :-)

Das Navigationssystem scheint bei Fußgänger-Geschwindigkeit keine Hinweise zu liefern. Im Internet schnappte ich auf, es gebe da eine Schwelle von 20 km/h. Die müsse man mal überschreiten, ehe die Navigation in Betrieb gehe. Nach einer Diskussion im gleichen Forum soll das Problem mittlerweile gelöst sein.

Mittlerweile bin ich aber von der Autorouting-Funktion sowieso abgekommen, wenn ich zu Fuß unterwegs bin: Die topographischen Karten unterstützen es sowieso nicht, die Straßenkarten sind für Fußgängerzwecke ziemlich ungeeignet und in Städten gibt es häufig genug heftige Empfangsprobleme: Einem Track durch das Frankfurter Bankenviertel kann man man noch nicht mal zuverlässig entnehmen, welche Straßen ich denn entlang gegangen war. Zugegeben ist das ein Extremfall durch die hohen, sehr gut reflektierenden Hochhäuser und sicher nicht Schuld des Geräts.

Garmin GPSmap 60CSx nicht mehr auf der Höhe der Zeit

Mein Navi funktioniert nach wie vor; ob der Standardakkus habe ich auch kein Problem mit der Stromversorgung. Mit Speicherkarten bis 2 GB kommt das Gerät klar - nur wo bekommt man noch solch kleine Speicherkarten? Für heutige Verhältnisse ist vor allem die USB-Schnittstelle quälend langsam. Und die oben erwähnten OSM-Karten für den deutschsprachigen Raum plus ein paar angrenzende Gebiete ist bereits deutlich größer als 1 GB.

Meine Standardisierung auf möglichst wenige technische Standards zahlt sich aus - nicht nur wegen der Mignonakkus, die ich im GPSmap 60CSx nutzen kann. Auch die Micro-SD-Karten sind so ein Beispiel. Vor einiger Zeit konnte ich deshalb einen Ringtausch machen: Zusammen mit einem MP3-Player für Micro-SD-Karten legte ich mir eine 2-GB-Karte zu. Die sollte aber ins Navi, damit ich auch die Karten unserer üblichen Urlaubsländer immer dabei haben kann. Auf die bisherige 512-MB-Karte passte kaum mehr als der deutschsprachige Bereich drauf. Nachdem der MP3-Player ausschließlich für Hörbücher gedacht ist, reicht dort eine 512-MB-Karte selbst für eine umfangreiche Deutschlandrundfahrt.

Keine Kartenupdates mehr für City Navigator

Garmin beschloss vor ein paar Jahren, seine Kartenserie City Navigator Europe umzubenennen in City Navigator Europe NT. Ich habe keine Ahnung, was der Anlass dafür war. Tatsache ist aber, dass es keinen Upgrade-Pfad gibt. Wer also aktuelle Straßenkarten von Garmin haben will, legt 99 $ für komplett neue Karten hin. Darauf gibt es nur eine sinnvolle Antwort: Auf die 99 $ noch ein paar EUR drauflegen und sich ein neues Navi mit aktuellen Karten kaufen - aber natürlich nicht von Garmin!

Literatur und Links

kowoma: Testbericht GPSmap 60CSx
Vergleicht das Gerät auch mit dem Vorgängermodell
Röbke-Doerr, Peter: Wegweiser durch den Navi-Zoo. Welches Navi für wen?
in: c't 9/07, S. 122ff
Hilgefort, Ulrich: Querbeet. Navigaionsgeräte für den Einsatz abseits der Straße
in: c't 14/11, S. 104ff
Barczok, Achim; Janssen, Jan-Keno: In die Karten geschaut. Straßennetze, topografische Karten, OpenStreetMap
in: c't 14/11, S. 110f
Labs, Lutz: Tourentauglich. Fahrrad-Ladegeräte und -Halterungen für Smartphones
in: c't 14/11, S. 112ff
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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/navigati.htm
Letzte Änderung: 17.09.11 (Vorbemerkung eingeführt)


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