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Was sollte einen veranlassen, für ein Navigationssystem mit allem Zubehör an die 700 EUR auszugeben,
wo es beim nächsten Lebensmittel-Discounter Vergleichbares für 200 EUR gibt? Oder was ist mit einer
GPS-Maus am Laptop? Die Antwort ist einfach: Ich hatte andere Anforderungen als nur Lotsendienste im Auto.
Die Anforderungen an das Navigationssystem
Für den Einsatz im Auto taugen die meisten Navigationssysteme. Die leistungsfähigste Lösung sind
natürlich fest eingebaute Geräte, die auf Informationen von Tacho und vielleicht sogar den Lenkeinschlag
zugreifen können. Nur so kann ein Navigationssystem Empfangsausfälle in Tunneln überbrücken. In München wird das
in den nächsten Jahren ein durchaus wesentliches Argument, wenn der Mittlere Ring immer mehr unter der Erde
verschwindet. Aber meist halten sich die Navigationsprobleme in Tunneln durchaus in Grenzen.
Die meisten billigen Navigationssysteme eignen sich nur für den Einsatz im Auto, weil sie keine Batterie
enthalten und nicht wetterfest sind. Das war für mich das K.O.-Kriterium, denn ich wollte das System auch
am Fahrrad einsetzen - als Ersatz für 50.000er topographische Karten. Auch wenn es so zu der paradoxen Situation
kommt, dass das Fahrrad billiger war als das Zubehör...
Bei der Recherche stieß ich auch auf PDAs mt GPS-Empfängern. Diese Lösung verwarf ich wegen mechanischer
Probleme und der Betriebsdauer. Ein PDA hält ohne Batteriewechsel wohl kaum eine ganztägige Fahrradtour durch.
Von vorne herein ausgeschlossen habe ich Smartphone-Lösungen, also die Kombination aus Handy, GPS-Empfänger
und PDA: Selbst wenn es dafür wasserdichte Gehäuse geben sollte, ist mir die Kombination zu komplex. Auch ist
mir nicht wohl bei dem Gedanken, dass Standort, Routen usw. ohne mein Zutun und Einverständnis per Funk
abgerufen werden könnten. Es reicht schon, wenn der Netzbetreiber aufzeichnet, wann ich mich in welcher
Funkzelle aufhalte.
Ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt ist die Infrastruktur, die es zu einem Gerät gibt. Für die Marktführer
Tomtom und Garmin finden Suchmaschinen mehrere Millionen Treffer. Für die Software des Aldi-Lieferanten Medion mit
GoPal Navigator gibt es gut 100.000 Treffer - und beim Hersteller nur Kartenmaterial für West- und
Osteuropa.
Ein für mich sehr wichtiger Aspekt: Meine tragbare Elektronik läuft fast ausschließlich mit Mignon- (AA-)
Zellen, Ausnahmen sind nur Handy und Laptop. In dieser Baugröße gibt es praktisch überall Primärzellen und eine
überreiche Auswahl an Akkus. Wenn ich länger als ein paar Stunden unterwegs bin, habe ich fast immer vier
geladene Zellen und ein einfaches Ladegerät dabei. Auch das Garmin GPSmap 60CSx arbeitet mit diesen Batterien.
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Nach dem Auspacken des Garmin GPSmap 60CSx
Ohne weiteres Zubehör ist das Gerät kaum sinnvoll einzusetzen. Die (in europäische Geräte) eingebaute
Europakarte enthält wenig mehr als das Autobahnnetz. Unabdingbar sind deshalb Kartenmaterial und Speicherkarte.
Für den Einsatz im Auto bietet sich der DVD CityNavigator West-Europa mit Autohalterung und 12V-Stromkabel
an. Dieser Satz, ohne das Gerät, kostet kostet schon so viel wie manches einfache GPS-Gerät. Dafür findet
man dort selbst Straßen auf Firmengeländen verzeichnet. Aber für die nächste Fahrradtour reicht das immer noch
nicht - außer man bleibt mit seinem Rennrad auf Asphaltstraßen. Zwar sind auch für den normalen
Verkehr gesperrte Forststraßen verzeichnet, die Auswahl ist aber reichlich willkürlich.
Der Garmin GPSmap 60CSx benutzt Micro-SD-Karten als Speichermedium. Auf eine 512-MB-Karte bekommt man vom
CityNavigator West-Europa z.B. Deutschland, Österreich und die Schweiz drauf und hat noch genügend Platz für
Routen und andere Informationen. Für viele ist es wohl sinnvoller, zwei Speicherkarten statt einer doppelt so
großen einzukaufen: Viele Karten, vor allem die offiziellen, sind nicht transparent, d.h. man kann sie
nicht übereinander legen. Wer in den Urlaub fährt, spielt die Straßenkarten auf die eine Speicherkarte und
die topographische Karte für das Zielgebiet auf die andere.
Im Internet findet man eine reiche Auswahl an kommerziell oder nicht-kommerziell erstellten Karten. Viele davon
sind transparent, ich bekam sie aber noch nicht geladen. Schaffe ich auch noch...
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Dieser Gürtelclip wird mit dem Grundgerät ausgeliefert. In ihm steckt bei der Auslieferung der Nippel, mit
dem das Gerät in der Mobilhalterung befestigt wird. Der Nippel geht aber nur dann raus, wenn man auf die Taste
unten drückt (Pfeil).
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Das erste Einschalten des Garmin GPSmap 60CSx
Man findet viele Berichte, dass GPS-Geräte selbst in Ruhe recht lange suchen müssen, bis sie genügend
Satelliten finden und ihre Position erstmals bestimmen können. Ganz anders der Garmin GPSmap 60CSx: Nach dem
Kauf fuhr ich mit der S-Bahn heim und bekam keinen Sitzplatz am Fenster. Trotzdem musste ich das Gerät auspacken
und Batterien hineinstecken. Innerhalb weniger Minuten sprang die angezeigte Position von Taiwan um nach
München-Süd.
Die Lobeshymnen auf die Empfängerleistung bei diesem GPS-Gerät kann ich also bestätigen. Gerade bei
einem portablen Gerät ist das wichtig: Ein Auto wird wohl nur dann die Position ändern, wenn die Zündung an ist
und folglich auch das GPS-Gerät Strom bekommt. Welcher Fußgänger wirft sein GPS-Gerät an, wenn er sich auf
bekanntem Gebiet befindet? Aber wenn er dann in einer fremden Stadt aus dem Zug steigt...
Die Dokumentation des Garmin GPSmap 60CSx ist ziemlich mager. Die erste Mail an meinen Händler war
fällig, als ich die Autohalterung in Betrieb nehmen wollte. Ich fand den Nippel nicht, den ich durch die Lasche
der Autohalterung ziehen sollte. Die Lösung des Rätsels: Der Nippel wird nicht mit der Autohalterung
ausgeliefert, sondern steckt im Gürtelclip, der mit dem Grundgerät ausgeliefert wird. Aber weder gibt es
Packlisten noch eine Montageanleitung für das Teil.
Karten in das Garmin GPSmap 60CSx laden
Die Mapsource-Software wird von der DVD auf einen Windows-Rechner installiert. Damit wählt man dann die
Kacheln des Kartenmaterials aus, die man in das GPS-Gerät laden will. Etwas unschön ist, dass man immer
den kompletten Kartensatz im Windows-Rechner zusammenstellen und das komplette Paket hochladen muss - nachladen
geht nicht. Das Laden dauert schon mal 20 min, wenn man Deutschland/Österreich/Schweiz haben will -
knapp 500 MB.
Bei der ersten Nutzung muss man sein Kartenmaterial registrieren. Dazu braucht man eine Internet-Verbindung und
muss das GPS-Gerät per USB an den Rechner anschließen. Registrier-Code und Seriennummer des Garmin GPSmap
60CSx werden verheiratet. Zwei solche Ehen sind mit einem Registriercode möglich.
Im Internet findet man viel Kartenmaterial im .img-Format. Wie ich das nutze, muss ich erst noch herausfinden.
Es gibt z.B. Fremdenverkehrs-Verbände, die solche Karten zur Verfügung stellen. Auch so manche Privatinitiative
ist hier aktiv. Da sammle ich sicher auch noch meine Erfahrungen...
Erste Erfahrungen mit dem Garmin GPSmap 60CSx
Die einfachste Methode ist wohl, für alle interessierenden Ziele Wegpunkte anzulegen und nach dem
Einsteigen ins Auto eine Route zum nächsten Ziel berechnen zu lassen. Die Wegpunkte kann man am PC viel
komfortabler festlegen. Die Auswahl am GPS-Gerät dann kein Problem, wenn man nicht zu viele anlegt. Notfalls
legt man am PC für unterschiedliche Zwecke verschiedene Datensätze an und löscht am GPS-Gerät immer wieder die
nicht benötigten Wegpunkte.
Wenn man Zwischenziele definiert, sollte man Hin- und Rückfahrt auf der gleichen Straße vermeiden. Da wird die
Route schon mal kurzgeschlossen und das Gerät lotst einen direkt zum übernächsten Ziel. Man sollte also
Route zum nächsten Ziel im letzten Absatz wörtlich nehmen.
Überraschend gut funktioniert die Navigation ohne Sprachausgabe. Das GPS-Gerät produziert unterschiedliche
Piepstöne, wenn man auf eine Abzweigung o.ä. zufährt. Leider lassen sich dabei rechts und links nicht
unterscheiden. Generell finde ich die Piepserei weniger nervig als eine Sprachausgabe, die mich ständig auf einen
anderen Weg schicken will. Manchmal ist es Absicht, wenn ich anders fahre, als das GPS-Gerät meint. Oft genug
bleibt einem ein Blick auf die Karte sowieso nicht erspart: Muss man jetzt unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke,
oder unmittelbar danach, nach links abbiegen?
Mit den verschiedenen Verkehrsfunk-Systemen habe ich keine Erfahrung. Einen Bezahldienst wollte ich nicht nutzen
und die kostenlose Variante ist wohl nicht besser die Verkehrsberichte im Radio. Ich verzichte da gerne auf eine
Vollautomatik und ziehe aus dem Verkehrsbericht im Radio meine eigenen Schlüsse. Wenn ich dann von der
Autobahn abfahre, berechnet das GPS-Gerät sowieso eine neue Route. Das dauert nur wenige Sekunden, ist aber für
eine Abzweigung unmittelbar an der Ausfahrt doch etwas lang - zugegeben.
Mit dem Garmin GPSmap 60CSx zu Fuß unterwegs
Eines funktioniert nicht: Das GPS-Gerät in der Beintasche betreiben. Das hängt wohl mit den
vielen Bewegungen zusammen. Aber in einer Brusttasche funktioniert es recht gut. So lange das Gerät
eingeschaltet ist, zeichnet es regelmäßig die Position auf. Die kann man später als Track auf den PC
laden. Geht man einen geraden Weg entlang, liegen die Positionspunkte meist recht genau in einer Linie.
Gelegentlich liegen diese Punkte mit einem praktisch konstanten Abstand neben dem benutzten Weg auf der Karte.
Da liegt der Verdacht nahe, dass die Karte etwas ungenau ist - der Weg liegt 5 oder 10 Meter neben der
angezeigten Position. :-)
Das Navigationssystem scheint bei Fußgänger-Geschwindigkeit keine Hinweise zu liefern.
Im Internet schnappte ich
auf, es gebe da eine Schwelle von 20 km/h. Die müsse man mal überschreiten, ehe die Navigation in Betrieb gehe.
Nach einer Diskussion im gleichen Forum soll das Problem mittlerweile gelöst sein.
Mittlerweile bin ich aber von der Autorouting-Funktion sowieso abgekommen, wenn ich zu Fuß unterwegs bin:
Die topographischen Karten unterstützen es sowieso nicht, die Straßenkarten sind für Fußgängerzwecke ziemlich
ungeeignet und in Städten gibt es häufig genug heftige Empfangsprobleme: Einem Track durch das Frankfurter
Bankenviertel kann man man noch nicht mal zuverlässig entnehmen, welche Straßen ich denn entlang gegangen war.
Zugegeben ist das ein Extremfall durch die hohen, sehr gut reflektierenden Hochhäuser und sicher nicht Schuld
des Geräts.
Garmin GPSmap 60CSx nicht mehr auf der Höhe der Zeit
Mein Navi funktioniert nach wie vor; ob der Standardakkus habe ich auch kein Problem mit der Stromversorgung.
Auch mit 2-GB-Speicherkarten kommt das Gerät klar. Nur: Für heutige Verhältnisse ist die USB-Schnittstelle
quälend langsam.
Meine Standardisierung auf möglichst wenige technische Standards zahlt sich aus - nicht nur wegen der Mignonakkus,
die ich im GPSmap 60CSx nutzen kann. Auch die Micro-SD-Karten sind so ein Beispiel. Kürzlich konnte ich deshalb
einen Ringtausch machen: Zusammen mit einem MP3-Player für Micro-SD-Karten legte ich mir eine 2-GB-Karte zu.
Die sollte aber ins Navi, damit ich auch die Karten unserer üblichen Urlaubsländer immer dabei haben kann. Auf die
bisherige 512-MB-Karte passte kaum mehr als der deutschsprachige Bereich drauf. Nachdem der MP3-Player ausschließlich
für Hörbücher gedacht ist, reicht dort eine 512-MB-Karte selbst für eine umfangreiche Deutschlandrundfahrt.
Bis ich das Kartenmaterial aber auf der neuen Speicherkarte drauf hatte, verging ein ganzes Wochenende: Mapsource
brauchte schon mal 30 min oder mehr, um den Speicherbedarf zu bestimmen. Also wieder ein paar Länder aus der Auswahl
nehmen und neu starten. Da zeigte sich mal wieder, wie praktisch die Werbepausen im Privatfernsehen sind :-((
Und als ich endlich, das Wochenende neigte sich schon langsam dem Ende zu, die passende Auswahl gefunden hatte, dauerte
die blanke Übertragung so um die zwei Stunden. USB 1.1 ist nun mal nicht schneller.
Literatur und Links
- kowoma: Testbericht GPSmap 60CSx
- Vergleicht das Gerät auch mit dem Vorgängermodell
- Röbke-Doerr, Peter: Wegweiser durch den Navi-Zoo - Welches Navi für wen?
- in: c't 9/07, S. 122ff
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