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ISDN-Router D-Link DI-304


Der Trend geht eindeutig zum Drittrechner: Warum sollte man den alten Rechner wegwerfen, nur weil ein neuer her mußte? Vernetzt sind die Rechner schnell, aber wie kriegt man sie gemeinsam ins Internet? Manche Windows-Versionen bringen dafür Software mit oder man stellt einen Uraltrechner mit einer kostenlosen Linuxlösung wie Fli4L auf. Warum sollte man also noch einen eigenständigen Router kaufen?

  • Die erste Antwort ist ganz einfach der Platz - eine "Zigarrenkiste" ist nun mal bedeutend kleiner als das kleinste PC-Gehäuse. Zudem ist der "Uralt-Rechner" nur dann billiger, wenn man komplett alles in der Bastelkiste liegen hat - also etwa eine ISA-ISDN-Karte und eine ISA-Netzwerkkarte für Twisted-Pair-Kabel.
  • Auch alte Rechner mit minimalem Hardware-Ausbau machen Krach und brauchen mehr Strom als ein Hardware-Router. Zudem braucht ein Rechner bedeutend länger zum Hochfahren.
  • Nicht jeder hat Lust, sich extra für diesen Zweck in ein komplettes Programmpaket einzuarbeiten.
Die Frontseite des Routers D-Link DI-304 wird von ausschließlich grünen LEDs dominiert.

Leider erwies sich obiger Gedankengang als nicht all zu tragfähig: Empfehlenswert ist der DI-304 nur in wenigen Fällen:

  • Wer eine ISDN-Flatrate hat, ist mit dem Gerät gut bedient. Zu dieser Gruppe gehört aber nur jene Minderheit, die keinen ADSL-Zugang bekommen kann und eine der wenigen ISDN-Flatrates nutzt.
  • Wer mit mehreren Rechnern faxen oder Euro-Filetransfer betreiben will, bekommt so einen ISDN-Anschluß übers LAN an seine Rechner.
  • Mit einem Lockanruf kann man den Router dazu überreden, eine Internetverbindung aufzubauen. Mit DynDNS kann man dann über das Internet auf sein LAN daheim zugreifen.

Die Gründe für diese Einschätzung sind eigentlich recht einfach, man kommt aber erst nach längerem Handbuchstudium dahinter:

  • Wer keine ISDN-Flatrate hat, arbeitet wohl mit Internet-by-Call. Das wiederum erfordert, abhängig von der Tageszeit den Dienstleister zu wechseln. Die Zugangsdaten muß man über die HTML-Schnittstelle einspielen: Browser starten, Routeradresse wählen, Passworteingabe, durch die Menüs hangeln, Formular ausfüllen. Das ist auch dann noch Arbeit, wenn man den Browser die Formulare ausfüllen läßt.
  • Der Router ist weit weg, die Kontrolle über den Internetzugang fehlt. Man kann nur eine Abfallzeit einstellen, die dann im Normalfall viel zu lang und beim Online-Banking viel zu kurz ist.

Eigentlich sollte es für den Hersteller kein großes Problem sein, für hiesige Verhältnisse eine passende Firmware zu entwickeln: Eine Zeitsteuerung samt Uhr ist schon da, man müßte nur noch einen Least-Cost-Router dran hängen. Ich vermute aber, dass wir hier von einem Produkt reden, das für den Hersteller tot ist.

Meine Empfehlung für die, die ihren Internetanschluß im LAN zur Verfügung stellen und in der Windows-Welt bleiben wollen: die Netzwerkfreigabe einer aktuellen Fritz!Web-Version. Die bietet zwar keine automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP, aber für eine Hand voll Rechner kann man wohl auch mit manueller Konfiguration leben.

Wenn der D-Link DI-304 Fehler zeigt

Immer wieder kann man lesen, daß der DI-304 bei ISDN Probleme mache: Das Anmelden klappt nicht zuverlässig, Verbindungen brechen zusammen usw. Wenigstens meine Probleme ließen sich mit einem Tipp aus dem D-Link-Forum lösen: Bei manchen Geräten ist die maximale Paketgröße (MTU) zu groß eingestellt. Dann hilft, den Router per Telnet anzusprechen und mit wan mtu ? nachzusehen. Ist die Antwort größer als 1472, so löst wan mtu 1472 das Problem. Dann nur noch einen Reset auslösen...

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/isdn-rou.htm
Letzte Änderung: 01.02.07 (aktualisiert, 1 neuer link)


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