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Der Trend geht eindeutig zum Drittrechner: Warum sollte man den alten Rechner
wegwerfen, nur weil ein neuer her mußte? Vernetzt sind die Rechner
schnell, aber wie kriegt man sie gemeinsam ins Internet? Manche Windows-Versionen
bringen dafür Software mit oder man stellt einen Uraltrechner mit einer
kostenlosen Linuxlösung wie Fli4L auf.
Warum sollte man also noch einen eigenständigen Router kaufen?
- Die erste Antwort ist ganz einfach der Platz - eine "Zigarrenkiste" ist nun mal
bedeutend kleiner als das kleinste PC-Gehäuse. Zudem ist der "Uralt-Rechner"
nur dann billiger, wenn man komplett alles in der Bastelkiste liegen hat -
also etwa eine ISA-ISDN-Karte und eine ISA-Netzwerkkarte für
Twisted-Pair-Kabel.
- Auch alte Rechner mit minimalem Hardware-Ausbau machen Krach und brauchen
mehr Strom als ein Hardware-Router. Zudem braucht ein Rechner bedeutend länger zum
Hochfahren.
- Nicht jeder hat Lust, sich extra für diesen Zweck in ein komplettes Programmpaket
einzuarbeiten.
Leider erwies sich obiger Gedankengang als nicht all zu tragfähig:
Empfehlenswert ist der DI-304 nur in wenigen Fällen:
- Wer eine ISDN-Flatrate hat, ist mit dem Gerät gut bedient. Zu dieser Gruppe gehört aber
nur jene Minderheit, die keinen ADSL-Zugang bekommen kann und eine der
wenigen ISDN-Flatrates
nutzt.
- Wer mit mehreren Rechnern faxen oder Euro-Filetransfer betreiben will, bekommt
so einen ISDN-Anschluß übers LAN an seine Rechner.
- Mit einem Lockanruf kann man den Router dazu überreden, eine
Internetverbindung aufzubauen. Mit DynDNS kann man dann über das Internet auf
sein LAN daheim zugreifen.
Die Gründe für diese Einschätzung sind eigentlich recht einfach, man kommt aber erst
nach längerem Handbuchstudium dahinter:
- Wer keine ISDN-Flatrate hat, arbeitet wohl mit Internet-by-Call. Das wiederum
erfordert, abhängig von der Tageszeit den Dienstleister zu wechseln. Die Zugangsdaten muß man
über die HTML-Schnittstelle einspielen: Browser starten, Routeradresse wählen,
Passworteingabe, durch die Menüs hangeln, Formular ausfüllen. Das ist auch dann
noch Arbeit, wenn man den Browser die Formulare ausfüllen läßt.
- Der Router ist weit weg, die Kontrolle über den Internetzugang fehlt.
Man kann nur eine Abfallzeit einstellen, die dann im Normalfall viel
zu lang und beim Online-Banking viel zu kurz ist.
Eigentlich sollte es für den Hersteller kein großes Problem sein, für hiesige
Verhältnisse eine passende Firmware zu entwickeln: Eine Zeitsteuerung samt Uhr ist
schon da, man müßte nur noch einen Least-Cost-Router dran hängen. Ich vermute aber,
dass wir hier von einem Produkt reden, das für den Hersteller tot ist.
Meine Empfehlung für die, die ihren Internetanschluß im LAN zur Verfügung stellen und
in der Windows-Welt bleiben wollen: die Netzwerkfreigabe einer aktuellen
Fritz!Web-Version. Die bietet zwar keine automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP,
aber für eine Hand voll Rechner kann man wohl auch mit manueller Konfiguration leben.
Wenn der D-Link DI-304 Fehler zeigt
Immer wieder kann man lesen, daß der DI-304 bei ISDN Probleme mache: Das Anmelden
klappt nicht zuverlässig, Verbindungen brechen zusammen usw. Wenigstens meine Probleme
ließen sich mit einem Tipp aus dem D-Link-Forum
lösen: Bei manchen Geräten ist die maximale Paketgröße (MTU) zu groß eingestellt.
Dann hilft, den Router per Telnet anzusprechen und mit wan mtu ? nachzusehen.
Ist die Antwort größer als 1472, so löst wan mtu 1472 das Problem. Dann nur noch
einen Reset auslösen...
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