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Die Killerapplikation für UMTS ist aus meiner Sicht der Internetzugang.
Mittlerweile wird diese Zugangstechnik auch bezahlbar. Dieser Artikel ist ein
Erfahrungsbericht, wie der Zugang bei E-Plus mit einem SonyEricsson-Handy K600i
funktioniert.
UMTS oder ADSL?
Die heute übliche Verbindungstechnik ist ADSL (asymmetric digital subscriber line):
Der gewohnte Festnetz-Telefonanschluss liefert zusätzlich auch die Internetanbindung.
Für den Privatanwender ist das gewöhnlich die leistungsfähigste und zugleich preiswerteste
Möglichkeit, ins Internet zu kommen. Alle Alternativen sind nur interessant, wenn ADSL
nicht zur Verfügung steht:
- Auf dem flachen Land gibt es häufig kein ADSL, weil die Ortsvermittlung zu weit
weg ist. Häufig genug ist UMTS dann auch keine Alternative, weil auch die nächste
UMTS-Feststation zu weit weg ist. Das gilt besonders für E-Plus, die selbst den
Speckgürtel der großen Städt nicht vollständig erschlossen haben.
- In den neuen Bundesländern benutzen die Teilnehmerleitungen im Festnetz oft Glasfasern.
Die Glasfasern haben zwar genügend Bandbreite, es gibt aber keine standardisierte
Paralleltechnik zu ADSL. Hier kann Internetzugang per UMTS sehr wohl eine Alternative sein.
- Berufsnomaden können mit einem ADSL-Zugang grundsätzlich nichts anfangen, weil sie
viel zu wenig daheim sind. In diese Gruppe gehöre ich.
Technisch ist der Internetzugang per UMTS jeder ADSL-Verbindung unterlegen - unabhängig
von der Übertragungsgeschwindigkeit. Es sind vor allem zwei Probleme: Die Reaktionszeiten
sind wesentlich länger und die Übertragungsraten sind meist niedriger. Die Reaktionszeiten
wirken sich z.B. beim Empfang von E-Mail stark aus: Häufig spielen der Client auf dem
Benutzerrechner und der Server Pingpong - z.B. mehrmals für jede einzelne Mail. 200 ms
Ping-Zeit führen dazu, dass kaum mehr als eine E-Mail pro Sekunde durch die Luft geht.
Auch lässt sich nicht wegreden, dass eine Funkverbindung immer störanfälliger ist als eine
Drahtverbindung. Wenn die Funkverbindung relativ schlecht ist, bricht die Verbindung öfter mal
zusammen. Beim Neuaufbau der Verbindung teilt der Provider eine neue IP-Adresse zu, was die
Wiederaufnahme mancher Sitzung, bis hin zum Onlinebanking bei manchen Instituten, unmöglich
macht.
UMTS-Modem oder UMTS-Handy?
Die eindeutig flexiblere Lösung ist das UMTS-Handy. Mit einem UMTS-Modem kann man
bestenfalls dann telefonieren, wenn der Laptop läuft. Wer nicht gerade einen der seltenen
Laptops mit eingebauten UMTS-Modems besitzt, hat entweder eine PC-Card aus der Seite des Rechners
stehen oder kämpft mit USB-Strippensalat. Manche UMTS-Modems haben allerdings einen Vorteil:
Hier sind Antennenanschlüsse üblich, die es bei UMTS-Handys kaum gibt.
Eine ausgesprochen komfortable Lösung ist, Handy und Laptop per Bluetooth zu verbinden.
Das Handy kann in der Tasche bleiben, der Laptop ist ohne sichtbaren Aufwand immer im Internet.
Wenn der UMTS-Empfang problematisch ist, kann man das Handy auf das Fensterbrett stellen und die
letzten paar Meter per Bluetooth überbrücken. Bislang fielen mir nur drei Nachteile auf:
- Kaum ein UMTS-Handy hat einen Antennenanschluss.
- Außerhalb des mit UMTS versorgten Bereichs muss man sich entscheiden, ob man telefonieren
oder ins Internet will.
- Gerade bei schlechten Empfangsverhältnissen saugt man den Handy-Akku innerhalb weniger Stunden
leer. Folglich habe ich das Handy meistens am Netzgerät hängen - also doch Strippensalat und
zwei Steckdosen nötig.
Erfahrungen mit dem SonyEricsson K600i
Über die konventionellen Eigenschaften des Geräts werde ich mich hier nicht auslassen, da gibt es
kompetentere Tester als mich. Auch ist das nicht gerade das neueste Gerät des Herstellers - ich habe
es schließlich schon eineinhalb Jahre. Nur so viel: Meiner Meinung nach ging da Design vor Funktion,
als die Hörkapsel so ganz knapp neben eine ziemlich scharfe Kante gesetzt wurde. Spätestens in einer
lauten Umgebung, wenn man das Handy gegen das Ohr presst, drückt diese Kante schmerzhaft auf das Ohr.
Die problemloseste Rechneranbindung bietet Bluetooth. Einen ganzen Arbeitstag, mit E-Mail und
gelegentlich mal bei Nachrichtenseiten vorbeisehen, hält der Akku aber selten durch. Die Konsequenz:
Das Handy liegt die meiste Zeit an der Strippe.
Als Sackgasse erwies sich der Ständer SonyEricsson DSS-20: Zwar spart man sich so das Ein- und Ausstöpseln
der Saftstrippe, aber für die Datenübertragung ist dieses Gerät weniger geeignet. Natürlich kann
man mit dem passenden Treiber und dem USB-Anschluss eine Internet-Verbindung aufbauen. Aber
offensichtlich ist die Geschwindigkeitsangabe 115 kbit/s ernst zu nehmen: Mehr als gut 10 kB/s
gehen nicht über die Leitung, während sich per Bluetooth gut 40 kB/s empfangen lassen. Dieser Nachteil
kompensierte sich bei mir aber dadurch, dass an einem kritischen Standort die UMTS-Verbindung so
wesentlich stabiler war. Außerdem stürzt das SonyEricsson K600i nach etwa fünf Stunden auf dem
DSS-20 reproduzierbar ab. Neue Firmware lässt sich damit aber nicht einspielen. Noch ein recht
unangenehmer Effekt, der so bei Bluetooth nicht auftritt: Nimmt man das Handy aus dem Ständer, ist
die Internetverbindung unterbrochen (logisch). Die lässt sich aber nur wieder aufbauen, wenn man den
Rechner neu bootet. Das ist dann doch etwas bizarr...
Deshalb habe ich mir den Ständer DSS-25 bestellt. Mal sehen, ob damit die Übertragung schneller
geht und ob neue Firmware dem Handy noch einige Macken abgewöhnt. Wie erwähnt hängt das
SonyEricsson K600i bei mir sehr viel am Ladekabel. Dabei lässt sich das Handy nur mit großer Mühe
aus- und einschalten. Das ist aber nötig, wenn das Handy immer noch eine Internetverbindung
sieht, der Rechner die aber schon lange verloren hat.
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