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Der hier beschriebene Dienstleister ist nicht mehr konkurrenzfähig,
seit T-Mobile und Vodafone Internet-Flatrates für 35 EUR/Monat anbieten. Meine eigenen Erfahrungen
beziehen sich auf T-Mobile (Moobiair): Schon der Wechsel der SIM-Karte in einem rein UMTS-fähigen
Handy (Sony Ericsson K600i) beschleunigte den Internetzugang deutlich, was die Begrenzungen der
E-Plus-Infrastruktur zeigt. Und der HSDPA-Übertragung von T-Mobile hat E-Plus sowieso nichts
entgegenzusetzen. Dazu kommt noch der begrenzte UMTS-Ausbau von E-Plus. Selbst im Speckgürtel der
Ballungszentren wird man von E-Plus oft genug auf GPRS zurückgeworfen. Dann bedeutet E-Plus 5 kByte/s
Download-Geschwindigkeit und T-Mobile 200 kByte/s. Der Unterschied zwischen Basis-UMTS und HSDPA ist
z.B. der zwischen YouTube schluckt erst mal und spielt Videos erst bei der Wiederholung flüssig ab
und YouTube-Videos starten praktisch ohne Verzögerung und laufen auf Anhieb flüssig.
Was sollte einen bewegen, für eine Internet-Flatrate mehr als ein paar 20 EUR (ADSL-Zugang
inclusive) auszugeben? Noch dazu, wenn die noch dazu viel langsamer ist als jeder ADSL-Anschluss?
Gegenfrage: Was nutzt ein ADSL-Anschluss daheim einem Wochenend-Pendler? Lange war diese
Technik aber nur bei E-Plus
bezahlbar.
Internet-Flatrate per Handy und UMTS immer und überall für 25 EUR
E-Plus bietet die Flatrate in drei Formen an:
- Flatrate als Option für Laufzeittarife zum Preis von 25 EUR einschließlich UMTS-Handy.
- Als eigenständiger Nur-Daten-Tarif einschließlich PC-Card.
- Über die Zweitmarke BASE für 25 EUR als Option zur Telefon-Flatrate oder eigenständig, aber ohne
Hardware. Die
getrennten SIM-Karten für Telefon und Datenübertragung kann man als Vor- oder als Nachteil sehen.
Der Nur-Daten-Tarif ist wohl nur für Firmen interessant, die ihre Mitarbeiter am Telefonieren hindern
wollen. Fürs gleiche Geld bekommt man einen Handy-Vertrag, bei dem Gespräche
ins deutsche Festnetz 3 ct/min kosten, und die Internet-Flatrate als Option dazu. Zudem läuft dann nur der
Handy-Vertrag mit 10 EUR Grundgebühr für
zwei Jahre. Die Flatrate-Option wird man ggf. nach drei Monaten wieder los.
Noch ein völlig anderer Grund spricht gegen den Nur-Daten-Tarif: Dazu bekommt man ein PC-Card, die
man in den Notebook stopfen muss. Weil die UMTS-Abdeckung
noch recht lückenhaft ist, stellt man dann den Notebook da hin, wo man Empfang hat - und wenn das auf dem
Fensterbrett ist. Ansonsten stellt man halt das Handy ins Fenster und hängt den Notebook per Bluetooth an.
Eine PC-Card oder ein fest im Laptop eingebautes UMTS-Modem haben allerdings zwei Vorteile: Die Stromversorgung
nutzt den Laptop-Akku und viele UMTS-Modems haben einen Antennenanschluss - ein Detail, das es an kaum einem
UMTS-Handy gibt.
Wer unter Linux arbeiten will, ist mit einem Handy ebenfalls besser bedient [2],
weil er den Bluetooth-Stack mit einer Modem-Emulation benutzen kann. Interne Lösungen erfordern dagegen passende
Treiber - mit den üblichen Problemen.
Handys haben zwei Nachteile:
- Es ist kein großes Problem, den Akku innerhalb weniger Stunden leerzunuckeln. Dazu muss man nur
eine schlechte Funkposition haben, damit das Handy immer mit voller Leistung senden muss.
Das Gegenbeispiel sind vier Stunden im ICE, im Wagen mit Handy-Repeater. Danach zeigt der Akku immer
noch "voll" an.
- Nur wenige Handys beherrschen das neue, schnelle Übertragungsverfahren HSDPA., können also schneller
als 48 kB/s empfangen. Bei E-Plus ist das aber egal, weil dieser Dienstleister HSDPA nicht anbietet und
auch nicht anbieten will. Sendeseitig begrenzen die Mobilfunknetze die Übertragungsrate auf ein Viertel
der Empfangsrate. [4]
Wie funktioniert die UMTS-Flatrate?
Als erstes: Vernünftige Datenraten gibt es nur mit UMTS-Empfang. Außerhalb steht nur GPRS zur
Verfügung. Das bedeutet netto 5,4 kB/s empfangsseitig und 2 kB/s sendeseitig. Seine Website hochladen
macht so relativ wenig Spass. Aber für E-Mail und Googeln reicht das schon mal. Es empfiehlt sich also,
an den potentielle Nutzungsorten nach E-Plus-Abdeckung zu suchen. Das geht mit jedem Handy.
Wie schnell ist die UMTS-Anbindung jetzt eigentlich? Der traditionell erste Test mit PING liefert:
Ping www.heise.de [193.99.144.85] mit 32 Bytes Daten:
Antwort von 193.99.144.85: Bytes=32 Zeit=300ms TTL=244
Antwort von 193.99.144.85: Bytes=32 Zeit=283ms TTL=244
Antwort von 193.99.144.85: Bytes=32 Zeit=257ms TTL=244
Antwort von 193.99.144.85: Bytes=32 Zeit=282ms TTL=244
Ping-Statistik für 193.99.144.85:
Pakete: Gesendet = 4, Empfangen = 4, Verloren = 0 (0% Verlust),
Ca. Zeitangaben in Millisek.:
Minimum = 257ms, Maximum = 300ms, Mittelwert = 280ms
Zum Spielen ist das eindeutig zu langsam. Aber probieren wir's mal mit einem Download:
Das Maximum sind gut 40 kB/s. Sehr viel mehr wird wohl auch nicht zu erreichen sein.
Das ist immerhin die drei- bis vierfach ISDN-Geschwindigkeit.
Dabei sollte man auch bedenken,
dass es hier um Funkverbindungen geht. Es wird als immer wieder auszuprobieren sein,
wo man das Handy am besten hinlegt. Die Blutooth-Verbindung sollte quer durchs Zimmer reichen,
quer durch ein Großraumbüro mit WLAN sicher nicht. Die Alternative ist eine USB-Verbindung zwischen
Rechner und Handy. Das habe ich bislang noch nicht ausprobiert.
Die Installation war etwas hakelig: Man muss auf die Idee kommen, in der E-Plus-Anleitung unter GPRS
nachzusehen. Bei meinem Notebook schweigt sich die Anleitung über Bluetooth aus, da ist also auch
erst mal Suchen angesagt. Aber wer auch ohne Schritt-für-Schritt-Anweisungen auskommt, sollte das schon
hinkriegen.
Die größte Beschränkung ist der Proxy: E-Plus nutzt das "private net" 10.x.x.x und sperrt diverse Ports.
Welche das sind, hat mir noch niemand verraten. So wollte ich die UDP-Ports 2198 und 2199 für
Echolink benutzen. Auch nach zwei Monaten kam aber nicht
mehr als eine Vertröstungsmail, die Prüfung meiner Anfrage dauere noch etwas.
Internet unterwegs per UMTS und GPRS
In letzter Zeit fahre ich wieder mehr mit der Bahn. Logisch, dass ich auch unterwegs ins Internet gehe.
Hier kommen meine ersten Erfahrungen:
- Unterwegs ist es sinnvoll, allein auf das GSM-Netz von E-Plus zu setzen. Zwar funktioniert der
Hand-Over zwischen GSM und UMTS. Aber die UMTS-Abdeckung ist wesentlich schlechter und für Datenverkehr
wird zu schnell auf UMTS umgeschaltet: Sprachübertragung mag noch funktionieren, aber die
Internet-Verbindung wird doch recht labil und langsam.
- Unterschiedliche Wagentypen haben sehr unterschiedliche Funkeigenschaften. Am besten klappt die
Internet-Anbindung natürlich in jenen ICE-Wagen, die für Handy-Betrieb gekennzeichnet sind. Dort gibt
es offensichtlich Zwischenverstärker. Auf den Schnellbahntrassen mit ihren teils langen Tunneln bricht
die Verbindung öfter mal ab. Sie komt aber von alleine wieder. Am problematischten sind jene Wagen,
deren Fenster bunt schimmern - sie sind mit dünnen Metallschichten bedampft und da gehen kaum
Funkwellen durch.
- Das Handy sollte man direkt an das Fenster lehnen. 10 cm weiter innen kann die Verbindung regelmäßig
abreißen, wo sie sonst besehen bleibt.
- Mit einer passenden Arbeitstechnik kann man viel abfangen. Der E-Mail-Client braucht nur
gelegentlich mal eine Internet-Verbindung und beim Surfen kann man erst eine größere Zahl Fenster
öffnen und die erst später lesen. So stört die langsame Datenübertragung per GPRS weniger und auch
während vorübergehender Verbindungsabbrüche hat man genug zu lesen.
Festzuhalten bleibt, dass GPRS auch in schneller fahrenden Zügen funktioniert.
Eine Alternative
Hilmar Brunow schrieb als Antwort auf diese Seite:
Seit etwa 6 Monaten nutze ich D2 UMTS FairFlat (3Giga) in Kombination mit Strato SkyDSL Flat.
Ist zwar etwas teuer (~40 EUR Sky + 50 EUR D2), funktioniert dafür innerhalb Deutschlands stabil
und reibungslos.
Der Spartrick kommt im Ausland: z.B. Schweden, Prepaid-Karte kaufen und nur für VoIP+Daten-Uplink
verwenden. SkyDSL von Strato deckt bis zum Polarkreis alles ab. Downlink via Atlantik Bird 2.
Ich habe es erstmalig 2004 von Jokkmokk am Polarkreis probiert.
Bis ich eine stabile und aktuelle Kombination hatte, habe ich viel Holz beiseite geräumt.
Von Marktreife kann nicht die Rede sein.
Ein PC-Freak oder Funkamateur kann eine solche Lösung handhaben
Literatur
- [1] Mansmann, Urs: Schnell und schnurlos. Per UMTS und WLAN ins Internet
- In: c't 8/2006, S. 98ff
- [2] Rütten, Christiane; Kossel, Axel: Mobilmachung. Surfen per UMTS unter Windows
und Linux
- In: c't 8/2006, S. 102ff
- [3] Mansmann, Urs: Frahtlos ins Web. UMTS-Angebote fürs Surfen zu Hause
- In: c't 8/2006, S. 108ff
- [4] Müsig, Florian: Aufrüstung zum Breitbandanschluss. UMTS-Modems für Notebooks
- In: Heise Mobil vom 12.02.07
- [5] Weber, Volker: Internet überall. Schnell, einfach, günstig: UMTS mausert sich
zur DSL-Alternative
- In: c't 25/2008, S. 96 ("Aufmacher" eines Themenschwerpunkts)
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